Muttertag in der Volksschule: Was Kinder schenken können
Muttertag 2026: 10. Mai
Muttertag ist in Österreich immer der zweite Sonntag im Mai. 2026 fällt er auf den 10. Mai. Ein gesetzlicher Feiertag ist er nicht. Auf der Übersicht der 13 gesetzlichen Feiertage taucht er nicht auf, und weil er ohnehin auf einen Sonntag fällt, hat er für die Urlaubsplanung keine Bedeutung. Interessanter ist die Woche danach: Christi Himmelfahrt liegt 2026 auf Donnerstag, den 14. Mai. Wer sich den Freitag darauf freinimmt, hat vier Tage am Stück. Solche Konstellationen listet der Fenstertage-Rechner für das ganze Jahr auf.
Zurück geht der österreichische Muttertag auf Marianne Hainisch, die 1924 den ersten offiziellen Termin durchsetzte. Der Feiertagscharakter, den viele Familien ihm zuschreiben, ist also gewachsen und nicht verordnet. Ähnlich wie beim Karfreitag lohnt es sich, zwischen Tradition und Rechtslage zu unterscheiden.
Was in der Volksschule tatsächlich passiert
In den meisten Volksschulklassen wird in der Woche vor dem Muttertag gebastelt. Das läuft über Werkunterricht oder Deutsch, je nachdem, wie die Lehrkraft ihre Stunden legt. Verpflichtend ist das nirgends. Die Schulzeitverordnung des BMBWF regelt Ferien und Unterrichtstage, nicht die Inhalte einzelner Werkstunden. Ob und wie Muttertag im Unterricht vorkommt, entscheidet die Klasse.
Typisch sind Arbeiten, die in einer Doppelstunde fertig werden und den Heimweg in der Schultasche überstehen:
- Karten mit Fingerabdruck-Motiven, oft als Blumenwiese oder Herz. Funktioniert ab der ersten Klasse.
- Bemalte Blumentöpfe mit eingesetzten Kressesamen. Die Kresse ist nach fünf Tagen essbar, das Timing passt zum Sonntag.
- Gutscheinhefte: selbstgezeichnete Coupons für Abwasch, Vorlesen, Rasenmähen. Erfahrungsgemäß der Klassiker, der am längsten hängen bleibt.
- Gedichte, meist auswendig gelernt und am Sonntag aufgesagt. Manche Lehrkräfte lassen die Kinder eigene Zeilen schreiben statt Vorlagen abzutippen.
- Fotorahmen aus Karton oder Holzstäbchen, verziert mit Knöpfen aus der Bastelkiste.
Manche Schulen verlegen das Ganze nach draußen und verbinden es mit einem Lehrausgang, bei dem Blumen oder Zweige gesammelt werden. Das spart Materialkosten und bringt die Kinder an die Luft.
Der Tipp, den Lehrkräfte am häufigsten geben
Erwarten Sie kein gekauftes Geschenk, und geben Sie Ihrem Kind auch kein Geld dafür mit. In vielen Klassen entsteht sonst ein stiller Vergleich zwischen dem Kind mit dem Blumenstrauß aus dem Supermarkt und dem Kind mit dem selbstbemalten Topf. Volksschulkinder merken so etwas schnell, und die Botschaft, die hängen bleibt, ist die falsche.
Praktisch heißt das: Wenn Ihr Kind fragt, ob es etwas kaufen soll, lenken Sie auf etwas Gemachtes um. Ein Frühstück, das das Kind selbst vorbereitet, wirkt länger nach als eine Packung Pralinen. Wer trotzdem etwas beisteuern will, kauft Bastelmaterial statt Geschenk. Ein Set Acrylfarben kostet im Drogeriemarkt rund fünf Euro und hält mehrere Jahre. Zum Vergleich: Bei den Schuljahreskosten fallen Werkmaterialbeiträge kaum ins Gewicht, der soziale Druck rund um Geschenke dafür umso mehr.
Und wenn das Bastelwerk schief geklebt ist: Nicht ausbessern. Kinder erkennen die Korrektur sofort.
Wo Vorsicht angebracht ist
Nicht jedes Kind in der Klasse hat eine Mutter, der es etwas schenken kann. Es gibt Kinder mit zwei Vätern, Kinder in Pflegefamilien, Kinder, deren Mutter gestorben ist oder in einem anderen Land lebt. Für sie kann eine Bastelstunde mit dem Titel "Für die Mama" ein unangenehmer Vormittag werden.
Viele Lehrkräfte lösen das über die Formulierung. Statt "Geschenk für die Mutter" heißt die Aufgabe dann "Geschenk für einen Menschen, der sich um dich kümmert". Das Bastelwerk bleibt dasselbe, das Kind entscheidet über die Adresse. Diese Variante hat sich in der Praxis eingebürgert und braucht keine gesonderte Erklärung vor der Klasse.
Wenn Sie als Eltern wissen, dass in der Klasse ein Kind kürzlich seine Mutter verloren hat, ist ein kurzer Hinweis an die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer sinnvoll. Oft weiß die Schule Bescheid, manchmal nicht. Gleiches gilt umgekehrt: Wenn Ihre eigene Familienkonstellation vom Standard abweicht, spart ein Satz beim Elternabend Ihrem Kind eine unangenehme Situation im Mai.
Der Mai ist kurz
Zwischen Muttertag und Schulschluss liegt in Österreich eine dichte Phase. Nach dem 10. Mai folgt Christi Himmelfahrt, dann die Pfingstferien von Samstag, 23., bis Montag, 25. Mai. Dieses verlängerte Wochenende gilt in allen neun Bundesländern gleich, dazu gibt es Vorschläge für Kurztrips. Wer die Termine nebeneinanderlegen will, findet sie im Ferienkalender aller Bundesländer oder für die eigene Klasse in der Wiener Übersicht beziehungsweise beim passenden Bundesland.
Wer das Basteln nicht der Schule überlassen will, hat rund um den 10. Mai also ein enges Zeitfenster. Am Samstag davor bleibt genug Zeit für einen Kressetopf.