Karfreitag in Österreich: Warum er kein Feiertag mehr ist
Die EuGH-Entscheidung
Bis 2018 war Karfreitag in Österreich ein Feiertag — allerdings nur für Angehörige bestimmter evangelischer Kirchen. Der Europäische Gerichtshof entschied im Januar 2019, dass diese Sonderregelung gegen das Diskriminierungsverbot verstößt. Die österreichische Regierung schaffte den Karfreitag daraufhin als gesetzlichen Feiertag ab.
Der persönliche Feiertag
Als Ersatz wurde der persönliche Feiertag eingeführt. Er steht jeder Arbeitnehmerin und jedem Arbeitnehmer einmal pro Urlaubsjahr zu. Wichtig: Es ist kein zusätzlicher Urlaubstag, sondern einer aus dem regulären Urlaubskontingent. Der Unterschied zum normalen Urlaub liegt im Verfahren.
So funktioniert die Regelung
- Bekanntgabe drei Monate vorher. Wer am Karfreitag (oder einem beliebigen anderen Tag) freihaben will, muss das mindestens drei Monate im Voraus dem Arbeitgeber mitteilen.
- Einseitiges Recht. Der Arbeitgeber kann den Tag nicht ablehnen. Anders als beim normalen Urlaub.
- Wer am persönlichen Feiertag arbeitet, bekommt das doppelte Entgelt. Das macht den Tag wirtschaftlich attraktiv, falls der Arbeitgeber dringend braucht.
Karfreitag als Brücke
Wer den persönlichen Feiertag auf Karfreitag legt, bekommt mit Ostermontag automatisch vier zusammenhängende freie Tage. 2026 wäre das Freitag, 3. April bis Montag, 6. April. Eine günstige Konstellation für einen Kurzurlaub, ohne zusätzliche Urlaubstage zu verbrauchen.