Bildung26. September 2026

Digitales Lernen: So kommen Schüler in Österreich zu Laptop oder Tablet

Wenn Ihr Kind in die erste Klasse Mittelschule oder AHS-Unterstufe wechselt, kommt meist bald ein Elternbrief zum Thema Laptop oder Tablet. Hinter dem Schreiben steht die Geräteinitiative „Digitales Lernen“ des Bundes. Das Bildungsministerium (BMBWF) hat sie gemeinsam mit dem OeAD aufgesetzt, der das Programm abwickelt. Hier steht, wie die Vergabe läuft, was Familien zahlen und worauf Sie nach der Übergabe achten sollten.

Wer ein Gerät bekommt

Die Initiative startete im Schuljahr 2021/22. Im ersten Jahr erhielten Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Schulstufe ein digitales Endgerät, also die 1. und 2. Klasse an Mittelschule und AHS-Unterstufe. Seither ist der Einstieg in die 5. Schulstufe der übliche Zeitpunkt. Wer im Herbst 2026 in die erste Klasse kommt, kann also mit einem Gerät rechnen, sofern die Schule am Programm teilnimmt.

Die Teilnahme ist keine Automatik. Die Schule muss ein pädagogisches Konzept vorlegen, und im Schulforum (an der Mittelschule) oder im Schulgemeinschaftsausschuss (an der AHS) wird darüber abgestimmt. Dort sitzen auch Elternvertreter. Wer mitreden will, welches Gerät die Klasse bekommt, sollte diese Sitzungen im Blick haben. Mehr zur Schulform selbst lesen Sie im Beitrag Mittelschule in Österreich: So funktioniert die Schulform.

Welche Geräte zur Auswahl stehen

Die Schule wählt aus einem Katalog, den der Bund ausgeschrieben hat. Darin finden sich Windows-Laptops, Chromebooks, iPads und Android-Tablets, jeweils mit Stift oder Tastatur je nach Modell. Eine Klasse arbeitet in der Regel mit dem gleichen Gerätetyp, damit Lehrkräfte nicht mehrere Systeme parallel betreuen müssen. Eltern können sich also kein Wunschmodell aussuchen.

Was Eltern zahlen

Der Bund trägt den Großteil der Kosten. Familien leisten laut BMBWF einen Eigenanteil von rund 25 Prozent des Gerätepreises. Bei den Geräten im Katalog liegt dieser Betrag meist bei rund 100 Euro, der genaue Wert hängt vom Modell ab, das Ihre Schule gewählt hat. Die Schule teilt den Betrag im Elternbrief mit.

Für Familien mit geringem Einkommen gibt es eine Befreiung vom Eigenanteil. Anspruch besteht etwa bei Bezug von Sozialhilfe oder Mindestsicherung oder bei einer Befreiung von der Rundfunkgebühr. Den Antrag stellen Sie über die Schule, die Nachweise prüft die Direktion. Eine Übersicht, welche Ausgaben sonst im Schuljahr anfallen, bietet der Artikel Was ein Schuljahr in Österreich kostet.

Nach Ablauf der Nutzungsdauer geht das Gerät ins Eigentum des Kindes über. Es muss also nicht zurückgegeben werden, wenn Ihr Kind die Unterstufe abschließt oder die Schule wechselt.

Was sich rund ums Gerät verändert hat

Ein Laptop allein macht noch keinen digitalen Unterricht. Parallel zur Geräteausgabe hat der Bund das WLAN an Bundesschulen ausgebaut und Fortbildungen für Lehrkräfte angeboten. Seit dem Schuljahr 2022/23 gibt es außerdem das Pflichtfach Digitale Grundbildung in allen vier Klassen der Unterstufe, mit einer Wochenstunde. Dort lernen die Kinder unter anderem den Umgang mit Quellen und Grundlagen des Programmierens.

Checkliste nach der Übergabe

Mit dem Gerät kommen ein paar Fragen, die man besser gleich im Herbst klärt:

  • Nutzungsvereinbarung: Viele Schulen lassen Eltern und Kinder eine Vereinbarung unterschreiben. Lesen Sie nach, ob das Gerät täglich mit in die Schule muss und ob es private Apps geben darf.
  • Versicherung und Reparatur: Die Herstellergarantie deckt technische Defekte ab, aber keinen Sturz vom Tisch. Prüfen Sie, ob Ihre Haushaltsversicherung Schäden am Gerät übernimmt, oder fragen Sie die Schule nach einer Gruppenversicherung.
  • Datenschutz: Die Geräte werden oft über eine zentrale Verwaltung der Schule eingerichtet. Fragen Sie, welche Daten die Schule sieht und wann diese Verwaltung endet.
  • Bildschirmzeit: Ein Schulgerät zu Hause ist ein weiterer Bildschirm. Legen Sie gemeinsam fest, wann es für Hausaufgaben genutzt wird und wann es im Schulrucksack bleibt.

Viele dieser Punkte passen gut in die letzte Ferienwoche, bevor der Alltag losgeht. Eine längere Liste dazu finden Sie in der Checkliste zum Schulbeginn 2026/27.

Kritik an der Initiative

Die Geräteausgabe hat auch Schwächen, die Eltern- und Lehrervertreter seit dem Start benennen. Die Wartung bleibt oft an einzelnen Lehrkräften hängen, weil viele Schulen kein eigenes IT-Personal haben. Updates, vergessene Passwörter und defekte Ladekabel kosten Unterrichtszeit.

Der zweite Punkt ist die digitale Kluft. Das Gerät ist für alle gleich, die Internetverbindung zu Hause nicht. Wer in einer beengten Wohnung ohne stabiles WLAN lernt, hat vom Laptop weniger als Kinder mit eigenem Schreibtisch. Die Befreiung vom Eigenanteil hilft beim Kauf, löst dieses Problem aber nicht.

Termine im Blick behalten

Die Geräte werden meist in den ersten Wochen nach Schulbeginn ausgegeben, manchmal auch erst gegen Ende des Semesters. Wann die Herbst- und Semesterferien in Ihrem Bundesland liegen, sehen Sie im Ferienkalender für alle 9 Bundesländer, für Wien etwa auf der Seite Schulferien Wien. Wer Elternabende und Abgabetermine für den Eigenanteil gleich eintragen will, findet alles gesammelt im Jahreskalender mit Ferien und Feiertagen.

Aktuelle Informationen zum Programm veröffentlicht das BMBWF auf digitaleslernen.oead.at. Bei konkreten Fragen zu Ihrem Gerät ist die Schule die erste Anlaufstelle, weil sie Modell, Eigenanteil und Nutzungsregeln festlegt.

R
Redaktion
Gründer & Chefredakteur bei schulferienkalender.at. Recherchiert Ferientermine, Bildungsthemen und Reisetipps für Familien in Österreich.

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